Thinktank LinuxTag: Fokussierte Konferenzen, Open-Source-Förderung

Der LinuxTag e.V. passt seine Strategie zur Förderung von Freier und Open-Source-Software an und unterstützt zukünftig fokussiertere Veranstaltungen und Initiativen. Weiterhin plant er den Aufbau einer Infrastruktur, die es Anwendern und Unternehmen einfacher macht, Open-Source-Projekte zu unterstützen – sowohl ideell als auch finanziell. Das beschlossen die Mitglieder bei ihrer Jahreshauptversammlung am 30. August 2015 im Linuxhotel in Essen-Horst.

Fokussierte Veranstaltungen und Konferenzen

„Im Laufe von 20 Jahren unseres Bestehens hat der LinuxTag viel Erfahrung im Umgang mit Community und Business rund um Open Source gesammelt und genießt bei vielen Gruppen ein hohes Vertrauen, da wir stets unabhängig von Einzelinteressent arbeiten“, beschreibt der im Amt bestätigte 1. Vorsitzende Ingo Wichmann die Situation des Vereins. Über lange Jahre war der LinuxTag als singuläre Konferenzmesse das Hauptbeschäftigungsfeld des Vereins. Im Rahmen ihres Workshops im Vorfeld der Versammlung haben die Mitglieder jedoch geänderte Rahmenbedingungen ausgemacht. Das Ziel, Linux und Open Source insgesamt stärker in das Bewusstsein von Öffentlichkeit und Gesellschaft zu rücken, sei weitgehend erreicht, fasst Wichmann zusammen. „Trotzdem besteht weiterhin ein großes Bedürfnis nach kompetentem und unabhängigem Austausch über Linux-Fachthemen“, findet er. Dies kann der LinuxTag e.V. am besten adressieren, indem er konkrete Veranstaltungen unterstützt. In diesem Jahr haben bereits der Open Tech Summit in Berlin und der Erste Deutsche Kernel-Gipfel in St. Augustin im Rahmen der FrOSCon unter Mitwirkung der LinuxTag e.V. stattgefunden. Weiter in diesem Jahr sollen die 1. Systemd-Conf 2015 in Berlin und die CommitterConf 2015 in Essen folgen. Weitere Events sind geplant. Die Mitgliederversammlung hat für dieses Thema Nils Magnus als Referent in den erweiterten Vorstand des LinuxTag e.V. berufen.

Unterstützung von Open-Source-Projekten

Ein weiteres Betätigungsfeld des Vereins wird zukünftig die Unterstützung im Fundraising für förderungswürdige Open-Source-Projekte sein. In der Vergangenheit sind häufiger sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen an den Verein herangetreten, weil sie Open Source als Idee unterstützen wollten, aber nicht wussten, wie. Gleichzeitig geraten manche Projekte manchmal in Bedrängnis, weil sie laufende Kosten nicht tragen können. Der LinuxTag e.V. will dazu mittelfristig eine Strukturen aufbauen, die diese Gruppen zusammenführen. Die Mitgliederversammlung hat Marko Jung als Referent in den erweiterten Vorstand berufen.

Vorstandswahlen

Im Rahmen der Jahrenhauptversammlung hat der LinuxTag e.V. auch einen neuen Vorstand gewählt. Als erster Vorsitzender wurde Ingo Wichmann erneut bestätigt. Als 2. Vorsitzender folgt Wolfgang Drotschmann auf Anika Kehrer. Finanzreferentin bleibt weiterhin Jaqueline Rahemipour. Kester Habermann ist in seinem Amt als Referent für Technik ebenso vertretungsberechtigtes Mitglied des erweiterten Vorstand wie die erwähnten Marko Jung und Nils Magnus.

2 Responses

  1. Ralf Swhajor sagt:

    Was ist 2016 geplant?
    Ihr beschäftigt Euch wohl mehr mit Euch als mit Linux.

    • magnus sagt:

      Wir sind ein Verein von Linux- und Open-Source-Enthusiasten. Die meisten davon beschäftigen sich sehr regelmäßig mit diesem Thema, sei es in ihrem Job, bei der Ausbildung oder durch das konkrete Beitragen zu Softwareprojekten.

      Einige von uns sind auch weiterhin in der Planung und Unterstützung von Konferenzen aktiv. So haben unsere Mitglieder am Open Tech Summit (Berlin), der FrOSCon (bei Bonn), der systemd.conf (Berlin), der ComitterConf (Essen) und dem Frühjahrfachgespräch der German Unix Users Group (Köln) mitgewirkt.

      Für dieses Jahr arbeiten wir in unterschiedlichen Konstellationen an der GUADEC (Karlsruhe), einer OpenPGP-Konferenz, überlegen, ob wir eine Neuauflage des Linux-Kongresses in Angriff nehmen sollen und sprechen gerade mit einem Veranstalter eines Sensoren- und IoT-Hackathons.

      Du hast vermutlich recht, bei vielen dieser Aktivitäten sind wir nicht ganz so sichtbar wie beim klassischen LinuxTag, aber das sehen wir nicht als Nachteil. Ich gebe gerne die Frage an Dich zurück: Was würdest Du denn gerne vom LinuxTag e.V. organisiert sehen und inwiefern kannst Du Dich dabei einbringen?

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