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Linux für kreatives Multimedia
von Michael Bohle (JackLab), Hartmut Noack (linuxuse.de)
Donnerstag, 31.05.2007, Saal 3: Berlin, 17:00-18:00 Uhr
JackLab ist eine Community, die Entwickler, Distributoren und Anwender vernetzt. Gemeinsam werden hier Endanwender orientierte Lösungen für den produktiven Audio/Media Bereich auf Linux erarbeitet und veröffentlicht, etwa als "JAD (JackLab Audio Distribution powered by openSUSE)" unter www.jacklab.org.
Die Zukunft von Linux heißt: "Ich kann jetzt schon singen". Das Thema"Linux für Audio Produktion und Musik" ist jetzt relevanter denn je: noch nie war es Endanwender-orientierter. Diese Tendenz steigt bei JackLab.
JackLab ist aus der heutigen Audiolinux Szene nicht mehr wegzudenken: Die Community versammelt und vernetzt die Entwickler, die stark auf ein an den kreativen, produktiven Anwender angepasstes Multimedia-Linux hinarbeiten. Hier treffen sich auch Audiogeeks, die sich früh genug an Linux ran getraut haben. So ist das Lab ein internationaler und interdisziplinärer Pool von Ideenträgern geworden, in dem durch annähern der Terminologien ein Austausch stattfindet: Hier treffen sich Kernel-Entwicklung, Distribution, Anwendungsentwicklung und nicht zuletzt User und werden zu einem Team. Auch der Musiker, der eigentlich nur Musik machen will, wird so frei von den Sorgen wie Kernel-Übersetzungen und Latency-Patches.
Es ist einiges passiert in der AudioLinux Szene, denn eine bislang völlig unbekannte Spezies betritt den Raum: Der kreative Überflieger, DJs, Gitarristen, Podcaster haben AudioLinux entdeckt und ist bei den ersten Vorreitern bereits angekommen. Die Zeit der notorischen Artefakte elektroakustischer Avantgarde ist heute ein Teppich, auf dem neue Lieder enstehen: Offene Musik für und von Menschen.
Ihr wollt freie Musik? Also bemüht euch auch darum, dass die Produktionssoftware für Musik frei verfügbar ist und auf offenen Anwendungen aufsetzt. JackLab ist zu einer offenen Community geworden, die dem User völlig freistellt, welches OS er benutzen will. Hier wird keine Free-Software-Religion missioniert, sondern realistisch ausgewertet und gefördert, was geht. Es werden Lösungen gesucht, die die Verschiedenheit der Plattformen überwinden.
Der Beitrag stellt den Stand der Möglichkeiten anhand praktischer Beispiele vor und diskutiert zum Teil kontrovers verschiedene Lösungsansätze.
Über den Autor Michael Bohle:
Der 1964 geborene Michael Bohle hat nach einer unauffälligen Kindheit seine Liebe zur Musik entdeckt - und zu der dazugehörigen Technologie.
So beschloss er dann als Jugendlicher, sämtliche eingefahren Bahnen zu verlassen und sein Leben von Grund auf zu reorganisieren. Das brachte in die Welt des Boheme und der kreativen Lebenskunst. Mit verschiedenen Projekten aus dem Musik und Theaterbereich war er dann jahrelang europaweit auf Tourneen.
Nach einem frustrierenden Auftritt in der Nordhessischen Kleinstadt Bebra beschloss er, sich in Zukunft der Medieninformatik zu widmen. Dank des aufkommenden Internets kam er schnell zurecht mit den heutigen Kulturtechniken und wurde schnell proaktiver Anwender.
Als künstlerische Konsequenz musste aus seinen Überlegungen eine Computer OS Plattform her, die von ihrer Struktur her offen ist: Als Musiker verstand er die virtuellen Möglichkeiten Softwarebasierter Audioverarbeitung als Instrument. Und es ist ein natürliches Bedürfnis des Künstlers, sich sein Instrument nach seinen Vorstellungen zu modifizieren.
Als er die CD des von der EU geförderten Projektes aGNULa zur LAC2004 mit der Debian Musik Distribution auf seiner DAW installierte, da wusste er, das nun Linux an der Reihe ist. Und da seine Lieblingsdistribution, die damals noch SuSE hiess, all diese schönen Dinge nicht bot, gründete er mit einigen anderen aus der SUSE Community das Projekt JackLab, das zunächst nur einige verbesserte RPMs und eine Anleitung für einen RT Kernel bot.
Inzwischen ist JackLab ein openSUSE Projekt, doch auch unabhängig genug, eine eigenes Profil zu haben. Eine sehr aktive Community trägt das Projekt, von Menschen aus der ganzen Welt.
Michael Bohle betreibt heute in Bremerhaven ein kleines Studio (JackLab Studio ONE), produziert eine Hafenpop Band und ist immer offen für experimentelle Klänge und Performance.
Über den Autor Hartmut Noack:
Geb. 1967 in Hoyerswerda/Sachsen
Seit 1994 in Berlin als Selbständiger (Schallplattenhandel, Musiker)
Ab 1999 im Web (Texter, HTML etc)
Seit 2003 komplett auf Linux, Experimente mit Soundsoftware, Dokumentation, einige hundert Artikel auf eigenen Seiten, Communityseiten und in Foren.
Ab 2005 Linux Audio Workstation (LAW) Projekt für eine Linuxaudiodistribution, die fertig eingerichtet und getestet auf einem PC angeboten wird.
Aktivitäten als Musiker (Stimme, verschiedene Gitarren, Programmierung von Softsynths, Samplern und Sequencern etc):
Diverse Bandprojekte (Metal, Independent-Rock - the Symposion of Sickness),
Produktion / Komposition von Musik für Avantgardeprojekte (Musik zu Chorprogramm mit John Cage und K.H. Stockhausen Kompositionen), Auftritt beim Bleepfest 2007 mit der Linux Audio Workstation als Syrens Of Spring (mit Bernd Kleinert/dr) Filmmusik für das Jugendmedienfest Berlin und ähnliche kleinere Projekte.
Produktion eines Lyrikfeatures mit dem Berliner Dichter Stefan Butt. Produktion einer Komposition für die Diplomarbeit für die Sängerin Barbara Ehwald.
Seit 2003 wird die Musikproduktion von Harmut Noack ausschliesslich mit freier Software in Linux realisiert.

