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Open-Source-Software ökonomisch betrachtet

von Dieter Bremes (Unabhängiger Berater)

Donnerstag, 31.05.2007, Saal 1: Karlsruhe, 17:00-18:00 Uhr

Der Vortrag betrachtet Open Source Software (OSS) ohne ideologische Scheuklappen und zeigt, warum sie beziehungsweise die dahinterstehenden Geschäftsmodelle in vielen Software-Märkten als Sieger aus der evolutionären Auslese hervorgehen:

GNU/Linux und Unix, die OSS-Geschichte in 5 Minuten: Der erste Vortragsteil zeigt vor allem, dass OSS kein Phänomen der letzten 10 Jahre ist, sondern bis zu den ersten Gehversuchen der EDV zurückgeht. Er beleuchtet außerdem, warum der Marktanteil von Linux bis heute vor allem auf Kosten etablierter Unix-Varianten wächst.

Das musste ja so kommen: OSS ist eine logische Entwicklung in Software-Märkten. Die Markttheorie besagt, dass sich jeder Markt in bestimmten Phasen entwickelt – von der Experimentier- über Expansions- und Ausreifungsphase bis zur Rückbildungsphase. Dieser Vortragsteil verdeutlicht, dass bestimmte Software bereits in ihrer Rückbildungsphase steht und dort von OSS abgelöst wird. Anhand des PC- und des Kameramarktes wird außerdem gezeigt, dass der Markt durch solche Innovationen enorm wächst – zum Vorteil für Anbieter und Nutzer. Die Stichworte sind hier Innovationswettbewerb, kreative Zerstörung und disruptive Technologien.

Aber wenn das jeder machen würde: Voraussetzungen für OSS. Das für Außenstehende auf den ersten Blick unerklärliche Phänomen an OSS ist die Motivation der mitwirkenden Programmierer und Unternehmen. Dieser Vortragsteil zeigt die Motivation der Beteiligten und vor allem – kostenlos heißt nicht selbstlos.

Code verschenkt und trotzdem reich und glücklich: OSS-Geschäftsmodelle. Mehr und mehr Unternehmen unterstützen OSS, und altruistische Motive sind dabei so gut wie ausgeschlossen. Dieser Vortragsteil beantwortet die Frage nach ihrem manchmal nicht offensichtlichen Geschäftsmodell, beispielsweise: wie kann JBoss seinen Quelltext freigeben und trotzdem Geld verdienen? Warum macht Sun sein OpenOffice frei erhältlich? Ist Google ein Trittbrettfahrer?

Dieser Vortragsteil räumt mit einem verbreiteten Missverständnis auf: den vermeintlich durch OSS-Einsatz entstehenden Problemen. Er zeigt unter anderem, dass keine Arbeitsplätze verloren gehen und dass ein OSS-Nutzer nicht automatisch seinen eigenen Quelltext freigeben muss.

Über den Autor Dieter Bremes:

Dieter Bremes begleitet seit 1998 Projekte als unabhängiger Berater mit dem Schwerpunkt effektive Frameworks. Er arbeitet außerdem als Trainer und publiziert Bücher sowie Artikel in Fachzeitschriften.

Speziell LinuxTag-relevante Aktivitäten:
- Artikel zu Open-Source-Tools für und mit .NET
- Artikel zum Remoting zwischen Mono und .NET
- Vorträge, u. a. auf dem LinuxTag 2005, zu Mono
- Patches und Tests für Mono

Während seines Maschinenbau-Studiums machte er Mitte der 80er Jahre erste Programmier-Erfahrungen mit Fortran, Pascal und C. Darauf folgte Anfang der 90er Jahre die Arbeit als angestellter Programmierer in Windows-Projekten, hauptsächlich mit Visual Basic und Delphi.

Seit Ende der 90er Jahre begleitet er Projekte als unabhängiger Berater, inzwischen mit dem Schwerpunkt .NET. Seine Aufgaben reichen von der Technologie-Einführung über das Realisieren nicht-funktionaler Anforderungen wie Performance und
Sicherheit bis zur Definition der Anwendungsarchitektur.

Aktuell gilt sein Interesse vor allem verteilten Anwendungen in heterogenen Umgebungen unter Einsatz von .NET und Mono.

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