IPv6 mit Unix
Dieses zweitägige Tutorium gibt eine praktische Einführung in das Thema IPv6 mit Unix. Es findet am Mittwoch/Donnerstag, 30./31. Mai 2007 statt.
Inhalt des Themas:
Ziel des Tutoriums ist es, aus Unix-Rechnern ein IPv6-Netzwerk aufzubauen, das in sich funktionsfähig ist, aber auch nahtlos in eine IPv4-Welt eingebunden werden kann.
Themen im Detail/Ablauf des Tutoriums:
Das Tutorial basiert auf dem Buch "IPv6 in Practice" des Autors, das jeder Teilnehmer als Begleitmaterial erhält.
IPv6-Unterstützung im Betriebssystem: Wir richten im Betriebssystem, soweit nötig, die IPv6-Unterstützung ein und überprüfen ihre Funktionsfähigkeit.
Adresskonfiguration: Wir konfigurieren zunächst statische IPv6-Adressen. Dann richten wir Router so her, dass Hosts damit per Stateless Autoconfiguration ihre IPv6-Adressen dynamisch selbst konfigurieren können.
DNS: Wir richten DNS-Server ein, die auch über IPv6 angesprochen werden können, tragen statische Daten ein, erlauben kryptographisch abgesicherte dynamische Updates von den eingetragenen Rechnern und synchronisieren kontinuierlich die Forward und Reverse Zones miteinander.
IPv6-fähige Services: Mit SSH, NTP, Syslog, SMTP, IMAP, (x)inetd, HTTP und NFS vervollständigen wir unsere Systeme.
Routing: Wir richten auf mehreren Routern statisches und dynamisches Routing ein und untersuchen dabei einige Eigenheiten von IPv6 und Unterschiede zwischen den IPv6-Implementierungen.
Dual-Stack-Konfiguration: Wir richten Rechner mit IPv4- und IPv6-Stack ein, so dass sie sowohl auf IPv4- als auch auf IPv6-Ressourcen zugreifen können.
Application Gateways: Für DNS und HTTP bauen wir Application Gateways, die zwischen beiden Welten auf Applikationsebene vermitteln.
Neue Funktionalitäten: Nachdem im Tutorium fast ausschließlich Funktionalitäten berücksichtigt wurden, die schon IPv4 zur Verfügung stellt, gehen wir auf interessante Features ein, die IPv4 nicht oder nur eingeschränkt zu bieten hat.
Offene Probleme: Die IPv6-Spezifikationen werden noch immer weiterentwickelt, die Implementierungen hinken mehr oder weniger stark hinterher. Wir sprechen einige Bereiche an, in denen in naher Zukunft wichtige Fortschritte zu erwarten sind.
Strategie: Abschließend diskutieren wir, wie und wann der Aufbau einer IPv6-Infrastruktur strategisch sinnvoll ist.
Zielgruppe/Voraussetzungen:
Das Tutorial richtet sich an Unix-Administratoren.
IPv6-Vorkenntnisse sind nicht nötig, etwas Erfahrung im Umgang mit (dem eigenen) Unix und IPv4-Netzen allerdings schon.
Mitzubringen:
Wir sind darauf angewiesen, dass möglichst viele Teilnehmer einen eigenen Unix-Rechner mitbringen, auf dem die Man Pages, die gängigen Entwicklungswerkzeuge (make, cc/gcc, ld, binutils) und wenn möglich ein Packet Sniffer (tcpdump, snoop, ethereal, ...) installiert sind. Die gewählte Distribution sollte dem jeweiligen Teilnehmer einigermaßen vertraut (und IPv6-fähig) sein, andere Einschränkungen gibt es nicht. Wer sein Unix in einer VMware oder ähnlichem laufen lassen will, kann das gerne tun.
Lernziel/Benefit:
Das Tutorial zeigt, wie man systematisch eine IPv6-fähige Umgebung aufbaut. Statt auf Protokolldetails liegt der Schwerpunkt auf der Verfügbarkeit und Handhabung existierender Implementierungen.
Über den Referenten:
Benedikt Stockebrand ist Dipl.-Inform. und freischaffender Trainer und Systemarchitekt im Unix- und TCP/IP-Umfeld.
Seit drei Jahren ist sein Schwerpunktthema IPv6, vor allem aus Sicht der Systemadministration und -architektur. Sein Buch "IPv6 in Practice" ist 2006 bei Springer erschienen.
Wenn er sich nicht gerade mit IPv6 beschäftigt, tauchen geht oder mit dem Fahrrad Kontinente sammelt, ist er unter stockebrand@guug.de und http://www.benedikt-stockebrand.de/ zu erreichen.
