Vortragsdetails

Meditux/ComProMed - freie Software in der Medizin

von Christian Hack (Multi-Data Klinik-, Praxis-, Unternehmensberatungs GmbH)

Mittwoch, 30.05.2007, Saal 2: Stuttgart, 15:00-16:00 Uhr

"Freie Software in der Medizin", bedeutet:

- frei von Pharma- oder Großindustrie - freie offene Software in möglichst vielen Bereichen - Direkte Unterstützung von freien Programmentwicklungen

Die meisten zugelassenen Arzt-Abrechnungssysteme auf dem Markt unterstützen keines dieser Kriterien.

Dies hat folgende Nachteile für den Arzt: - Er ist abhängig von Großkonzernen. - Er hat keinen direkten Zugriff auf seine Daten. - Er hat keine Kontrolle über eventuell gewolltes oder ungewolltes Fehlverhalten der genutzen Programme - Er ist nicht frei, in der Wahl der zuätzlich benötigten Programme (z.B. Telemedizin).

Für den Entwickler bedeutet dies: - Er kann keine freie Software anbinden, da mit proprietären geschlossenen Formaten gearbeitet wird. - Er kann das Programm nicht um Funktionalität erweitern - Er kann keine eigenen Oberflächen zur Bedienung gestalten.

benutzte Techniken: Qt 4 MySQL/PostgreSQL OpenOffice.org RosiSQL Java XML

Der Mediziner hat mit dem auf Linux basierenden Abrechnungsprogramm "ComProMed" einen zertifizierten Abrechnungskern, welcher eine offene Datenbank (MySQL/PostgreSQL) füttert. Es ist das einzige zugelassenene Programm, welches freien Einblick auf die Datenbank/Datenbankstruktur gewährleistet und dem Arzt den Quellcode zur Verfügung stellt. Dadurch ist für den Arzt der völlig freie Zugriff auf die Patientendaten gewährleistet. Der Entwickler findet eine Datenbank vor, auf die er nach Belieben zugreifen kann.

Zu diesem Kern werden im Rahmen des Meditux-Projektes freie Oberflächen bzw. zusätzliche Funktionalität entwickelt. Durch Schnittstellen, die sich noch in der Entwicklung befinden, können auch andere Programme auf die Programmfunktionaltität und die Daten zugreifen. So steht einer Zusammenarbeit mit anderen freien Medizin-Lösungen nichts im Wege. Der Zugriff von OpenOffice.org gestaltet sich so einfach, dass der Arzt sich ohne Programmierkenntnisse eigene Erweiterungen zusammenbauen kann.

Durch die Gründung des Vereins ComProMed e.V. sollen die oben genannten Forderungen an "Freie Software in der Medizin" garantiert werden.

Über den Autor Christian Hack:

Nach meinem Informatikstudium besetzte ich am 01.09.2005 die Stelle des Anwendungsentwicklers bei der Multi-Data GmbH. Da ich aber während des Studiums bereits hier jobbte, war keine lange Einarbeitungszeit notwendig.

Ich beschäftige mich mit allem, was mit Programmierung zu tun hat (am liebsten unter Linux :-) ).

Dieser Bereich streckt sich über die Implementierung kurzer Skripte bis zu großen Anwendungen mit eigener GUI (QT-Oberfläche) und eigener Datenbank (PostgreSQL).

Dazu gehören die Pflege des Arzt-Abrechnungssystems ComProMed mit den freien Meditux-Erweiterungen. Da aber das Berufsleben nicht nur aus dem Hacken von Programmen besteht, ist eine weitere Aufgabe die Server-Administration, die ich an unserem Linux-Server in der Praxis erlebe.

Vorträge über das Thema freie Software in der Medizin habe ich auf dem Linuxtag 2006 bzw auf der Linuxworld 2005 und 2006 gehalten.

Beim LINUXTAG 2006 hatten wir erstmals eine 5 x 5 qm Standfläche.

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