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Practical Linux Forum (Mi, 03.05.2006)

amaroK: Killerapplikation für Linux

von Sven Krohlas (roKymotion, amaroK Promotion Team)

Mittwoch, 03.05.2006, Saal 11A, 14:00-15:00 Uhr

amaroK ist nicht einfach nur ein Audioplayer. Der Begriff "Jukebox" ist passender, wenn auch nicht perfekt.

Was einem zuerst beim Betrachten des Programmes ins Auge sticht ist seine sehr ansprechende Optik. In Reviews wurde sie bereits als "sexy" bezeichnet.

Und diese ansprechende Oberfläche besitzt einiges an Funktionalität: eine integrierte Übersicht über die Musiksammlung, natürlich bequem durchsuchbar, ermöglicht schnellen Zugriff auf die gewünschten Titel. Der Kontextbrowser mit Informationen zu aktuellen Stück liefert Statistiken, Musikempfehlungen und weitere Alben des Interpreten. Die beim letzten LinuxTag angekündigte Integration der Wikipedia in KDE-Programme ist bereits seit längerer Zeit in amaroK realisiert, ebenso wie eine integrierte Suche nach Liedtexten. Die Integration in onlinebasierte Dienste ist aber auch an anderer Stelle weit fortgeschritten: Covers können von Amazon heruntergeladen werden und werden in die Oberfläche integriert, Statistiken und weitergehende Musikempfehlungen werden bei Wunsch über last.fm erstellt, über den Service von Musicbrainz können fehlende Tags in Musikdateien gefüllt werden. Auch brandaktuelle Technologien wie Podcasts werden bereits unterstützt.

Auch offline hat amaroK einige Funktionen zu bieten: Integration von K3b zum einfachen Erstellen von Audio- und Daten-CDs, einfaches Hochladen von Musik auf mobile Geräte wie den iPod, "intelligente Wiedergabelisten" (beispielweise "alle Lieder mit einer Bewertung über 80/100 Punkten") oder endlose, sogenannte "dynamische Playlisten", die amaroK nach bestimmten Kriterien füllt (beispielweise: "füge von last.fm empfohlene Stücke hinzu").

Auch auf der technischen Seite ist amaroK sehr interessant. Verschiedene Engines zur Soundausgabe machen es weitestgehend unabhängig von Audioformaten. Als Datenbank können statt des mitgelieferten SQLite auch MySQL oder PostreSQL dienen womit sie auch auf entfernten Rechnern im Netz gesichert werden kann. Durch Skripte lässt sich amaroK stark erweitern, der Schlüssel hierzu ist das mächtige DCOP-Interface. Dies ermöglicht eine ähnliche Erweiterbarkeit wie die "Extensions" von Firefox. Es gibt inzwischen beispielsweise Skripte, mit denen amaroK als Streamingserver dienen kann, mit denen sich defekte mp3-Dateien reparieren lassen oder die einfach nur die Akkorde eines gewählten Liedes aus dem Internet holen.

Das Projekt ist inzwischen stark angewachsen, sodass weitere Unterprojekte gegründet wurden. Namentlich sind dies amaroK Live, eine von CD startende Linuxdistribution zur Präsentation der Fähigkeiten des Programms, ausgestattet mit einer Auswahl an offener Musik (CC-lizenziert), sowie das Promoteam roKymotion. Ein weiteres Team zur Erstellung von Artwork wurde auch erst vor wenigen Wochen gegründet.

Damit kommen wir zur Community rund um das Projekt: Es gibt sehr aktive Mailinglisten, Foren und IRC-Channels in denen man Hilfe erhalten kann und auch die Möglichkeit hat sich mit anderen Benutzern auszutauschen und selbst in die Rolle des Helfers zu schlüpfen. Ebenso gibt es ein Wiki mit Dokumentation über verschiedene Themen von der Installation bis hin zu Entwicklerinformationen.

Abschließend würde ich dann gerne einen Ausblick auf amaroK 2.0 geben. Dies wird voraussichtlich auf KDE 4 und Qt 4 aufbauen. Doch für eine genaue Featureliste ist es noch zu früh, vor dem Linuxtag wird erst noch Version 1.4 erscheinen. Mögliche Themen hier sind die neue Suchoberfläche und Fuzzy Search, die es wohl nichtmehr in die nächste stabile Version schaffen werden: http://amarok.kde.org/amarokwiki/index.php/Proposal_for_a_new_search_interface

Über den Autor Sven Krohlas:

Sven Krohlas ist ein 23jähriger Informatikstudent im sechsten Semester an der Universität Karlsruhe. Seit Gründung ist er Mitglied im amaroK Promotionteam roKymotion, das sich zum Ziel gesetzt hat amaroK und amaroK Live einer möglichst großen Zahl an Nutzern bekannt zu machen. Des weiteren hilft er beim Enduser-Support in den zum Projekt gehörigen IRC-Channels #amarok und #amarok.de. In seiner sonstigen Freizeit engagiert er sich sozial bei der KjG und lässt kaum eine Möglichkeit aus freie Software und die mit ihr verbundene Kultur seinen Mitmenschen näher zu bringen.