Practical Linux Forum (Mi, 03.05.2006)
klik: Software nicht mehr "installieren" -- nur noch benutzen
von Kurt Pfeifle (Danka Deutschland GmbH & KDE & Linuxprinting.org & FreeNX)
Mittwoch, 03.05.2006, Saal 11A, 13:00-14:00 Uhr
Viele Computer-Anfänger finden es schwierig, Programme zu installieren. Bei Linux scheint dies ein besonders grosses Problem zu sein.
Wie wäre es, wenn das Hinzufügen zusätzlicher Software zum System einfach durch Kopieren einer einzigen Datei geschehen könnte?
Mit klik ist genau dies möglich. klik implementiert das Prinzip "1 Programm == 1 Datei". Dadurch wird das Handling verschiedener (auch inkompatibler) Versionen denkbar einfach.
klik funktioniert auf Debian-, auf RPM- und auf Slackware-basierten Distributionen gleichermassen. Ja, sogar auf Knoppix-, Kanotix- und anderen Live-Systemen. Dabei greift es in keinster Weise in das Reich des nativen Packet-Managers ein.
Jedes klik-Paket ist in ein komprimiertes Filesystem-Image eingebettet, das alle direkten Abhängigkeiten (Libraries, anderen Binaries, .desktop-Dateien, etc.) enthält. Die Endung ".cmg" bedeutet "Compressed iMaGe" und ist in der Regel als "CramFS" or "ZisoFS" angelegt (ähnlich wie ein Knoppix-ISO-Image, das nicht nur eine Applikation, sonderns sogar ein komplettes Betriebssystem mit vielen Programmen enthält).
http://klik.atekon.de/ dient als zentraler Server der einem klik-Client auf Anfrage das klik-Rezept für eine gewünschte Anwendung übermittelt. Die Anfrage nach einem populären Browser wird z.B. durch Eintippen von "klik://firefox" in die Adress-Leiste von Konqueror, dem KDE-Browser, getätigt. Das übermittelte "Rezept" enthält ein ausführbares Shell-Skript. Dieses Shell-Script teilt dem Client mit, aus welchen (meist Debian-)Repository er sich die Firefox.deb holt, wie er sie auspackt und wieder zu einer einzigen firefox.cmg verschmilzt, die dann auf Einfach- oder Doppelklick startet.
klik-Paket sind flexibel re-lozierbar: sie laufen von CD genause wie vom USB-Stick, vom /tmp-Verzeichnis genauso wie vom $HOME des Anwenders.
Eine besondere Stärke von klik liegt darin, dass es die aller-aller-aller-neuesten "bleeding edge" Programme auf einem stabilen System laufen lassen kann, ohne dass dieses System selbst gefährdet ist. Dadurch ist dieses Paketformat vor allem für die enge Kooperation von Software-Entwicklern mit ihrem engeren Projektumfeld (Übersetzer, Dokumentationsschreiber, Betatester, Usability-Experten,...) geeignet.
Dieser Vortrag führt in die Geheimnisse von klik ein. Dabei kommen kaum traditionelle (und meist langweilige) Folien vor. Alles wird "live" vorgeführt. Es werden mindestens 1 dutzend verschiedene klik-Programme vorgeführt, die ein grosse Spannweite abdecken: "grosse" mit mehreren hundert MegaByte, "kleine" mit wenigen hundert kiloByte; aus Debian-Paketen abgeleitete ebenso wie solche die aus RPMs entstammen; Freie Software ebenso wie proprietäre; stabile Versionen ebenso wie Entwickler-Previews die auf Qt4 basieren.
Es kommen die Stärken von klik ebenso zur Sprache wie die Schwächen. Der Vorträg wird gemeinsam von Kurt Pfeifle und Simon Peter (klik-Entwickler) bestritten.
Über den Autor Kurt Pfeifle:
Kurt Pfeifle arbeitet als Systemspezialist bei der Danka
Deutschland GmbH. Hier leistet er Consulting, gibt sein Spezialwissen zum Thema "Drucken im heterogenen Netzwerk" in
Trainings weiter und beschäftigt sich mit IPP (Internet Printing
Protocol) & Migration heterogener Netzwerke zu Linux Printservern (mit Hilfe von CUPS und Samba).
Er arbeitet an den Webseiten von Linuxprinting.org und KDEPrint
mit und unterstützt in diversen Newsgroups Anwender bei
Druckproblemen. Die beiden Druckkapitel der neuen "Samba-3 HOWTO
Collection" stammen hauptsächlich aus seiner Feder.
