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Europäische Open Source Lizenz für Verwaltungen vorgestellt

IDABC, das eGovernment-Programm der EU, hat im Rahmen des LinuxTages den Entwurf für eine europäische Open Source Lizenz (European Union Public Licence – EUPL) veröffentlicht. Der vorgeschlagene Text beruht auf einer Auftragsstudie der Universität Namur (CRID / Belgien), die verschiedene Lizenzmodelle in Hinblick auf ihren Einsatz in der öffentlichen Verwaltung in Europa untersucht hat.

Die Lizenz ist in ihrer Zielsetzung der GNU General Public Licence (GPL) vergleichbar, ist aber dem europäischen Recht angepasst. „Damit erhält die Verwaltung Rechtsicherheit, wenn sie ihre Softwareprodukte für andere freigibt,“ erklärte Jean-Paul Triaille, einer der Co-Autoren der EUPL. Die Lizenz soll zunächst für die von IDABC entwickelten OSS Produkte eingesetzt werden.

Die neue Lizenz wurde auf einem internationalen IDABC-Workshop der EU-Kommission vorgestellt und diskutiert. Erste Stimmen aus der Community bezweifelten angesichts einer wachsenden Vielfalt an Lizenzen ihre Notwendigkeit. Aus Sicht der IDABC stand bei der Schaffung der EUPL im Vordergrund, den Verwaltungen eine Lizenz an die Hand zu geben, über die sie verfügen kann. Auf die Entwicklung der GPL habe man jedoch keinen Einfluss. Till Jäger (IFROSS), von IDABC eingeladen, befürwortete hingegen die Einführung einer europäischen Lizenz. Diese könne den europäischen Open Source Communities einen gemeinsamen Rechtsraum geben.

Der internationale IDABC Workshop fand bereits zum zweiten Mal auf dem LinuxTag, der führenden Veranstaltung für Linux und Open Source, statt. Unter dem Titel „Working with the Community – Open Source in the Public Administration“ trafen sich mehr als 80 Teilnehmer aus Europa und Übersee, um Möglichkeiten einer stärkeren Zusammenarbeit bei dem Einsatz von Open Source im öffentlichen Sektor zu erörtern. Neben der EUPL stand dabei die Frage, ob und wie die Verwaltungen an dem Entwicklungsmodell von Open Source Software teilnehmen können, im Vordergrund. So wurde unter anderem die Idee erörtert, analog zur Entwicklerplattform „SourceForge“ ein „eGovernment-Forge“ aufzubauen.

Weitere Informationen und Links zu einem Diskussionsforum über die Inhalte des Workshops erscheinen in den kommenden Tagen auf europa.eu.int/idabc.

 
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