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Anwendungsentwicklung unter GNU/Linux: Java, C#/Mono und Objective-C/GNUstep im Vergleich.

von Stefan Richter (freiheit.com technologies gmbh)

Samstag, 25.06.2005, UG1: Thoma, 16:00-17:00 Uhr

Es scheint so, als wenn Java mittlerweile für Business-Anwendungen die am meisten verbreitete Programmiersprache und Entwicklungsplattform ist.

In der Tat war die Veröffentlichung von Java Mitte der 90er eine frohe Botschaft für all jene, die nach dem Massensterben der proprietären Unix-Varianten nun gezwungen waren, Business-Software unter Windows mit Microsoft-Tools und -Bibliotheken zu entwickeln. Die Vielzahl der nützlichen Bibliotheken, die C/C++ Ähnlichkeit und auch der offensichtliche Unix-Hintergrund der Sprache machten den Umstieg nach Java leicht.

Mittlerweile hat Microsoft eine Antwort auf den ungeliebten Wettbewerber gefunden: Die Sprache C#, basierend auf einer virtuellen Maschine und einer Klassenbibliothek (.NET), deren Klassen-Signaturen oft fast bis ins kleineste Details denen der Java-Bibliotheken entsprechen.

Das Konzept der Plattformunabhängigkeit und die Mehrsprachenfähigkeit - über die auch die Java-Plattform im Prinzip verfügt - haben ein neues Projekt entstehen lassen: Mono. Die "freie" Implementierung der .NET-Plattform.

Beide Plattformen haben das Ziel, durch den Einsatz einer virtuellen Maschine vom darunterliegenden Betriebssystem zu abstrahieren.

Diese Abstraktion steht einem Entwicklern aber im Wege, wenn es um die Nutzung nativer Funktionen geht. Besonders unter GNU/Linux existieren einen Vielzahl von in C und C++ geschriebenen nativen Bibliotheken, deren Nutzung z.B. unter Java nicht so ohne weiteres möglich ist.

Diese Problem löst eine weitere Entwicklungs-Plattform, die seit vielen Jahr stabil und sehr innovativ ist und die trotzdem den meisten Entwicklern nur aus historischen Erzählungen bekannt ist: Das GNUstep-System mit der Programmiersprache Objective-C und dem Foundation-Framework als umfangreiche Klassenbibliothek. Wer glaubt, dass Objective-C eine veraltete Technologie ist, täuscht sich! Wer Java gut kennt, wird sich wundern, wieviel die Erfinder von Java hier offensichtlich "gespickt" haben.

Im Vortrag sollen die unterschiedlichen Plattformkonzepte anhand praktischer Beispiele und langjährigen Erfahrungen aus komplexen Software-Projekten betrachtet, miteinander - bis auf Code-Ebene - verglichen und die Frage beantwortet werden, welche Plattform sich für welche Problemlösung am besten eignet.

 

Über den Autor Stefan Richter:

Stefan Richter, born 1966, studied Systems Analysis and Computer Science and is a programmer since more than 20 years. After several years as a programmer, consultant and project manager in the IT-Industry, he founded freiheit.com technologies, a software company with a strong focus on GNU/Linux/Unix-based Software. At day, he is maybe one of the few general managers of a software company, who is still programming. At night, he is interested in artifical intelligence and likes to play around with genetic and evolutionary programming techniques. In 2003 he started bookzilla.de, a donation project for the Free Software Foundation Europe (FSFE). He is also working as a volunteer for the FSFE.

 

 

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